Freitag, 17. März 2023

WHV-Tagebuch (II)

Will ich eher schaffen

17. März 2023. Das 29 Madeira Hostel hat mir mitgeteilt, dass ich erst im Juli wieder ein Zimmer mieten könne. Da ich hoffe, früher wieder auf der Insel zu sein, habe ich mich erst einmal für das Angebot nur bedankt. Man drücke mir die Daumen, lautete die Antwort.  In diesem Hostel spielt übrigens auch meine Geschichte "Cliente seguinte" mit der bezauberndsten Frau Madeiras auf dem Cover und als Hauptperson. 

Foto: Heinz-Peter Tjaden

17. März 2023. Kaffee, ein Brötchen mit Butter und ein hartgekochtes Osterei: Das ist mein tägliches Frühstück in der Stadtbäckerei Siemens in Rüstersiel. Und dann stelle ich mir vor, ich würde zwei Stunden später die Estrada Monumental in Funchal hinunter radeln und bei der kleinen Verkäuferin im Supermarkt "Pingo Doce" die Tagessuppe bestellen. Wieder würde sie sich die Frage sparen, wo ich die Suppe essen will, sondern ihre Arme lang machen und mit ihren Zeigefingern nach unten dem Wort "aqui" Nachdruck verleihen. Wie ich das sonst immer getan habe. 

WHV-Tagebuch

Rüstersiel ist auch sonst
ganz hübsch. Foto: Tjaden
 Mut zur Baulücke 

Wenn man Städte nach rund 10 Jahren wiedersieht, fällt das Wiedersehen stets erstaunlich aus. Das ist auch bei Wilhelmshaven so. Die Zahl der Baulücken ist in der Innenstadt auf erstaunliche Weise gewachsen. Deshalb sind Busfahrten wohl auch so teuer. Pro 100 Meter Baulücke werden 10 Cent berechnet-und schon ist man nach knapp drei Kilometern Busfahrt bei 2,70 Euro angelangt. Dafür gibt es zwischen Hauptbahnhof und Friedenstraße nur noch selten Supermärkte. Wahrscheinlich weil nach dem Fahrgeld bezahlen vor dem kaum noch Geld haben ist. 

Ich bin seit dem 13. März 2023 hier. Eher versehentlich. Eigentlich wollte ich nach Jever, doch dort verhinderte eine böse Schwester den Besuch einer Frau, die ich seit 40 Jahren kenne und die sich über jeden Besuch von mir freut. Nach einer Nacht in der Obdachlosenunterkunft in Jever nahm ich den Bus nach Wilhelmshaven. Wir kamen durch hübsche Dörfer, bis es hässlich wurde. Doch auf dem Schiff am Bontekai fühlte ich mich über Nacht sehr wohl. Danach zog ich in den "Rüstersieler Hof" um.

Auf unvergessliche Weise, denn als ich in der Gaststube fragte, ob ich ein Glas Bier mit auf mein Zimmer nehmen dürfe, antwortete ich auf die Gegenfrage "Wie groß?" mit "16 Quadratmeter". Später unterhielt ich mich vor der Tür mit einem Gast über Madeira. Dort lebe ich seit über zwei Jahren und bin am 9. Februar 2023 in unserem Haus von einer Mitbewohnerin mit einem Messer bedroht worden. Ich trat die Flucht an und bin eher irrtümlich in meinem Geburtsort gelandet. 

Von Deutschland aus will ich der Justiz von Madeira Beine machen,  denn auf der Insel neigt man zur Schläfrigkeit bei der Strafverfolgung. Als EU-Bürger muss ich mir das nicht gefallen lassen.

WHV-Tagebuch (II)



Dienstag, 17. Mai 2022

Vor dem Einbruch

Mit linker Mousetaste
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Der Leserbrief

Kurz vor dem Einbruch in meine damalige Wilhelmshavener Wohnung habe ich in einem Leserbrief das Jugendamt von Wilhelmshaven kritisiert. Die "Wilhelmshavener Zeitung" versah meinen Brief mit Anmerkungen, was nicht üblich ist. Facebook erinnerte mich heute an diesen Brief, der vor neun Jahren erschien.